Anlässlich der Expovina 2019, die alljährlich auf der Schiffsflotte des Zürichsee’s stattfindet, findet traditionellerweise auch die Herbstversammlung des „Branchenverbandes Deutschweizer Wein“ statt.

Personelle Änderungen in der schweizerischen Weinbranche:

  • Swiss Wine Promotion wird vom neuen Direktor, Nicolas Joss, und dem neuen Verwaltungspräsidenten, Robert Cramer, geführt. Bereits sind einige Ideen aufgegleist worden, z.B.: Allgemeine Kennzeichnung der Schweizer Weine mit Schweizer Logo auf jeder Weinflasche. Oder: ein vermehrter Einbezug der Schweizer Gastronomie.
    Siehe auch die eben erschienene Medieninfo hier …
  • Der Präsident vom BDW, Kaspar Wetli, will das (anspruchsvolle) Amt in jüngere Hände abgeben.
  • Der Geschäftsführer des BDW, Robin Haug, stellt sein Amt Ende Jahr ebenfalls zur Verfügung, weil er sich beruflich verändern will.
  • Fast geregelt ist die Nachfolge des Geschäftsführers des Weinbauzentrums Wädenswil. Gleichzeitig mit dem Wechsel wurden hier auch die Organisation und Aufgabenverteilung zwischen BDW und WBZW neu aufgegleist.
Kaspar Wetli und Robin Haug

Politische Aktivitäten und laufende Diskussionen über:

  • AOP/IGP: die Forderung, diese Bezeichnungen auch für den Wein zu übernehmen sind vorläufig (oder hoffentlich für immer) vom Tisch
  • Trinkwasser-Initiative
  • Pestizidverbot
  • Wiedereinführung von Mehrweggebinden (Rücknahme der Weinflaschen und Wiederverwendung)

Vegetationsperiode und Ernte 2019
Andreas Buser fasst die Berichte der Rebaukommissäre aus den deutschschweizer Kantonen zusammen:

  • die Witterung stellte hohe Ansprüche an den Pflanzenschutz. Vermehrt trat Echter und Falscher Mehltau auf, was bei der Lese zu mehr Sönderungsarbeit und Verlusten führte.
  • Erntemenge war kleiner als 2018, aber entspricht fast dem 10-Jahres-Durchschnitt.
  • Den versuchshalber durchgeführten Alternativstrategien Pflanzenschutz wurden die Grenzen aufgezeigt.
    FAZIT: Wer heuer im Rebberg gute Arbeit leistete, erreicht auch eine gute Qualität im Keller!

Weinbauzentrum Wädenswil (WBZW) (Information durch K. Wetli)

  • Die Pflege, Intensivierung und Perfektionierung der 3 bestehenden Geschäftbereiche ist ein Hauptziel.
    1. Forschungsprojekte: Rebsorten, Pflanzenschutz, PIWI-Sorten, Hefen, Digitalisierung
    2. Analytik / Sensorik: Kundenaquisition und -pflege; Mitglieder BDW haben 30% Rabatt
    3. Weiterbildung: v.a. im Bereich Marketing ⇒ immer wichtiger im heissumkämpften Markt.
  • Nächste Rebbautagung im WBZW: 6. Dezember 2019

Präventionspolitik – alkoholische Getränke (Olivier Savoy)

  • Wir kennen die Massnahmen, welche staatliche oder europäische Gesundheitbehörden (allen voran die WHO) in den Bereichen Tabak oder Drogen durchgesetzt hat. Wenn der Alkoholkosum ebenfalls angeprangert wird, muss dem ein gewisses Verständnis entgegengebracht werden.
  • Die Empfehlung: „Wein massvoll geniessen“ ist deshalb wegweisend. Wein soll nicht ein Durstlöscher, sondern ein zu geniessendes Kulturgut sein (und bleiben). Missbrauch soll unterbunden und gutes Kosumverhalten gefördert werden. Wein ist ein 1000-jähriges Kulturgut. Und die Winzer betreiben zudem eine gewisse Form von Landschaftpflege.

Siehe auch den Artikel dazu in der SOWZ (Roten) hier …
Siehe auch den Artikel in der Roten über Klima und Erträge 2019 (A. Buser) hier …