Informationen aus dem BDW – 2020

Liebe Mitglieder des Weinproduzentenverbandes Region Basel-Solothurn.

Ich, Urs Jauslin, darf unsere Region im Branchenverband Deutschschweizer Wein vertreten. Durch die Pandemie wurden wir gezwungen, neue Lösungen für die Kommunikation im Verband zu finden. In wöchentlichen Online-Meetings haben wir die neusten Massnahmen besprochen und dafür branchenspezifische Schutzkonzepte erarbeitet. Dabei wurden auch die Tagesgeschäfte sowie die Halbjahres-GV nicht vernachlässigt. Auch diese wurden online abgehalten. Ich versuchte, auch die Interessen aus unserer Region einzubringen und mitzugestalten. Paul Leisi als Delegierter (BDW) und Präsident (WPV) begleitete mich an diversen Anlässen.

Urs Jauslin, Delegierter


Jahresbericht von Martin Wiederkehr (Präsident BDW)

(Erstellt im Jahr 2020)

Geschätzte Winzerinnen und Winzer, Weintechnologinnen und Weintechnologen, liebe Freunde des Deutschschweizer Reb- und Weinbaus.

Ein spezielles Jahr

Ein spezielles Jahr nähert sich dem Ende. Es war denkwürdig, weil uns das Jahr sehr reife Trauben beschert hat, aber auch, weil kein Monat gleich war wie der vorherige. Es hat uns gezeigt, dass wir mehr denn je agil und flexibel sein müssen. Als Präsident des Branchenverbands Deutschschweizer Wein (BDW) danke ich euch allen für euren Einsatz zugunsten des Deutschschweizer Weins. Ihr alle habt dazu beigetragen, dass wir dieses Jahr mit blauen Flecken, aber dennoch besser als viele unserer Kollegen in der Westschweiz und im Ausland davongekommen sind. Mit dem Willen aller Präsidenten und Vorstandsmitglieder der zehn regionalen Branchenorganisationen und der dementsprechend 16 repräsentierten Weinbaukantone haben wir mit unseren knapp 3000 ha einen Aufschwung erlebt. Gemäss dem Nielsen-Panel und Swiss Wine Promotion hatten wir im ersten Semester 2020 ein Plus von 28.8 %, was 200 000 Flaschen entspricht. Und das Schöne dabei: Der Verkaufspreis pro Flasche blieb stabil.

Am 29. Mai 2020 wurde am Weingipfel in Osterfingen die Grundstrategie «Innovation und Promotion» verabschiedet und konnte schnell umgesetzt werden. Aus Solidaritätsgründen hat der BDW auch die Deklassierungsübung mit unseren Westschweizer Kollegen unterstützt, im Wissen, dass dies keine längerfristige Lösung darstellt.

Die Einführung einer zweiwöchentlichen Telefonkonferenz zum Thema Covid-19 wurde vom Sekretariat in zügiger Manier bereitgestellt und via den regionalen Branchenverbänden allen unseren Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

Weinbauzentrum Wädenswil

Mit dem Weinbauzentrum Wädenswil und dessen neuem Leiter wurden diverse Projekte (Degustationen, Kurse, Management-, Sorten- und Digitalisierungsprojekte etc.) vorbesprochen, die nun in die Tat umgesetzt werden. Im Jahr 2021 werden wir im Rahmen der Anschubfinanzierung 2018-2022 nochmals das WBZW unterstützen. Die damit im September 2017 beschlossene Anschubfinanzierung wird somit, unter dem Vorbehalt, dass alle Delegierten diesem Vorschlag im März 2021 folgen, 1 Jahr weniger dauern, als dannzumal angekündigt dauern. Die Adaption zur Befriedigung der Bedürfnisse unserer Mitglieder ist in vollem Gange. So hat uns Kaspar Wetli an der DV vom 15.12.2020 informiert, dass im Investitionsbudget die Anschaffung von neuen Analysegeräten integriert sind und bald Analysen zur Kontrolle von Pflanzenschutzmitteln in Weinen verfügbar sein sollten.

Offene Weinkeller – Nationale Promotionen

Die Offenen Weinkeller 2020 wurden aufgrund der Covid-19-Pandemie auf den 1. August verlegt und professionell durchgeführt. Der Mut zum Risiko hat uns Recht gegeben und das Feedback war äusserst erfreulich. Der Anlass wird 2021 Jahr wiederum auf den 1. Mai gelegt werden und wir hoffen, dass wir dann mit der Pandemie über dem Berg sind. Mit einem Auftritt in einem neuen Format in allen Kantonen, ist die Kampagne, welche im Jahr 2021 neu lanciert wird, hoffentlich wieder ein Renner.

Politische Interventionen

Auch auf dem politischen Parkett in Bern erhob die Weinbaubranche ihre Stimme und die Branche wurde von den Parlamentariern erhört. Anbei die Liste der politischen Vorstösse in Bern zu Euren Händen. Auch wenn wir vom Vorstand nicht mit allem einverstanden waren, so ist doch positiv zu vermerken, dass die Weinbranche sich bewegt.

Zum Vergrössern – anklicken!

Es ist gebührend und wichtig, dass wir in allen Kantonen – auch in den politischen Gremien –  gut vertreten sind. Der Aufruf geht an alle jungen und junggebliebenen Winzerinnen und Winzer, Weintechnologinnen und Weintechnologen, Önologinnen und Önologen, Freunde des Deutschschweizer Weinbaus – bringt Euch politisch ein, engagiert Euch auf kommunaler, regionaler, kantonaler und nationaler Ebene und verteidigt ein Produkt, welches in unserer Geschichte älter als das Schweizer Offiziersmesser, als die Banken, als die Schweizer Qualitätsuhren oder die Schokolade ist – für den Schweizer Wein, für seine prosperierende und nachhaltige Wertschöpfung in der Schweiz.

Herausforderungen des BDW

Nichtsdestotrotz sind wir im BDW auch mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert. Im Wesentlichen sind die Abgaben und Gebühren gegenüber den nationalen Mitgliedschaften (Schw. Weinbauverband, Interprofession Suisse) in den letzten 5 Jahren um 100% gestiegen. Dies verursacht ein strukturelles Defizit im Haushalt des BDW und der Vorstand wird allen Verbänden im nächsten Frühling einen Antrag zur marginalen Erhöhung des Budgets des BDW präsentieren. Diese Erhöhung wird ab dem Beitragsjahr 2022 nötig sein, damit alle Leistungen im Bereich von politischen Aufgaben, aber auch im Rahmen der Koordination zu Swiss Wine Promotion (für die regionalen Werbeanstrengungen in den Kantonen) erfüllt werden können. Nach längeren Konsultationen und im Zuge des scharfen Blickes auf das Jahr 2020 und 2021 (COVID-19 und kleine Ernte) hat der Vorstand des BDW zugestimmt, mit diesen Anträgen in die regionalen Branchenorganisationen zu gehen.

Ein Dank an alle

Es tut gut zu sehen, dass unser Krisenmanagement funktionierte. Hier gebührt nochmals allen Vorstandsmitgliedern der regionalen Sektionen, aber auch allen Kolleginnen und Kollegen ein ganz herzliches Dankeschön.

Trotz alledem ist die Pandemie noch nicht zu Ende und die Welt nach ihr wird eine andere sein. Dennoch gibt es auch Silberstreifen am Horizont. So konnten wir knapp 20 neue Absolventinnen und Absolventen als Weinbautechniker/in HF diplomieren und damit einen Beitrag zur langfristigen Sicherung des Deutschschweizer Weinbaus leisten. Ich wünsche Ihnen allen ein besseres 2021. Am besten beginnt ihr gleich jetzt mit einem Glas unserer qualitativ hervorragenden Deutschschweizer Weine.

Martin Wiederkehr, Präsident BDW