In den Rebbergen ist es heiss und trocken.
Nun, hoch über der Stadt Basel – aber noch im Baselbiet – erhebt sich der St. Margarethenhügel. An ihm «klebt» ein kleiner Rebberg mit bereits reifen Blauburgundertrauben. Im Bild liegt er noch im Schatten eines grossen und alten Gebäudekomplexes mit Kirche, Oekonomie- und Wirtschaftsgebäuden. Die Medienorientierung des Weinproduzentenverbandes (WPV) zusammen mit dem Landw. Zentrum Ebenrain fand in diesen Gebäulichkeiten, im Hofrestaurant «Schällenursli» statt.
Andreas Buser begrüsst in seiner Funktion als Präsident des WPV die zahlreichen Medienvertreter regionaler TV-Stationen, das Radio und die schreibende Presse mit etwa diesen Worten: «Die Traubenernte hat begonnen – mehr als ein Monat früher als in normaleren Jahren». Trotz immer noch anhaltender Trockenheit stehen die Weinbauern in unserer Region aber sehr gut da.
Die Medien berichteten im Fernsehen, Radio und in den Printmedien:
Gastgeber Urs Rediger und sein Sohn Lukas hiessen uns herzlich willkommen. Urs bewirtschaftet den Hof seit 2008 und versuchte sich immer wieder in neuen Kulturen, so z.B. auch Spargel. Der stadtnahe Betrieb und gleichzeitge Aussichtspunkt bringt viel Besucherandrang mit sich und so entstand auch im Laufe der Zeit das kulinarisch attraktive «Schällenursli»-Restaurant ergänzt mit einem Hofladen. Der kleine Rebberg wird betreut vom Rebbergverein mit seinen 27 aktiven und zusätzlich «unterstützt»(!) von 400 weiteren, vermutlich eher eher passiveren Mitgliedern.
Urs Weingartner, Rebbaukommissär, stellt nüchtern fest, dass «die Rebe einmal ein Kind des Südens war – sie liebt die Wärme». Doch mit der zunehmenden Erderwärmung fühlt sie sich eben in unseren Breitengraden doch recht wohl.
Bis zum heutigen Tag sind nur rund 1/3 der sonst üblichen Regenmenge gefallen. Bisher ohne grosse Konsequenzen für die Rebkulturen. Die Traubenbeeren sind sind kleiner und die Ausbeute wird dadurch auch kleiner, dafür aber konzentrierter und wertvoller. Verschont von Pilzkrankheiten, Schädlingen und Naturgewalten (Hagel) dürfen die Weinbauern heuer eine qualitativ hochwertige Ernte einfahren.
Urs Jauslin, Muttenz, löst sein Trockenheits-Problem mit der fest installierten Tropfbewässung. Diese ist gut steuerbar, es gibt keinen unnötigen Wasserverschleiss und nützt auch den Bodenlebewesen. Auch liessen sich durch gezielte Bodenbearbeitungs-Massnahmen Trockenheitsschäden vermeiden. Es wird ein Jahr geben wie 2003: viele Oechslegrade und grosse Herausforderungen im Keller.
Thomas Engel von der Siebe Dupf Kellerei in Liestal sieht die Sache noch etwas komplexer. Siebe Dupf als Aufkäufer von Trauben wir die höchst unterschiedlichen Qualitäten aus den verschiedenen Gemeinden sehr kontrolliert in die Weintänke bringen müssen. Das heisst: heisse Trauben sind unerwünscht und der pH ist unbedingt unter 3,4 zu halten, eventuell halt mit Hilfe von Weinsäure. Die Ernte wird heuer nicht wie üblich 6 Wochen dauern! Thomas erwartet aus der Ernte 26 gehaltvolle, farbintensive und alkoholreiche Weine. Er freut sich darauf!
Ein Wort noch zur Marktsituation
Der rückläufige Absatz fordert Massnahmen. Noch können wir Nordwestschweizer mit einfacheren Massnahmen als mit Stilllegungen, Ausreissen oder Hilfeschreien im Bundeshaus reagieren. Unsere kleine Rebfläche produziert eine relativ kleine Weinmenge für eine recht grosse, regionale Kundschaft. Im Wallis ist dies das krasse Gegenteil.
Feststellungen, Massnahmen:
- Es darf weniger, aber es sollen bessere und auch regionale Weine getrunken werden.
- Neue, modern eingerichtete Weinkeller sind vorhanden oder im Entstehen (Jauslin, Bänninger, Hänggi Nunningen, Imhof, Siebe Dupf)
- Kunden wollen vermehrt beliefert werden => Lieferlogistik optimieren.
- Mit Medaillen-Weinen kann man auch in Zermatt Kunden finden (UJ)
- Die Gastronomie ist intensiv zu bearbeiten und zu betreuen.
- Teilnahme an Degustations-Wettbewerben, Weinmessen, Genusswoche BL etc. bringt Kundennähe.
Tenniken, 1. Sept. 2026, M. Jud






